Es ist eines der zentralen Konzepte in der Kampfsportschule DCS /Deuce Combat System in Bamberg.
In einer Zeit, in der viele Menschen zuerst nach ihrem eigenen Vorteil suchen, wirkt Loyalität fast schon aus der Mode gekommen. Dabei ist sie einer der wichtigsten Werte überhaupt – im Kampfsport genauso wie im Leben.
Loyalität bedeutet nicht, blind allem zuzustimmen. Sie bedeutet, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen und sich bewusst zu machen, welche Auswirkungen die eigenen Entscheidungen auf andere Menschen haben.
Wer Teil eines Gyms wird, unterschreibt nicht einfach nur einen Vertrag. Er wird Teil einer Gemeinschaft. Trainer investieren Zeit, Energie und oft viele Jahre ihres Lebens, um ihr Wissen weiterzugeben. Trainingspartner helfen sich gegenseitig besser zu werden, nehmen Rücksicht aufeinander und sorgen dafür, dass jeder sicher trainieren kann. Dieses Vertrauen entsteht nicht von selbst – es wächst durch Verlässlichkeit.
Genau deshalb gehört für uns Loyalität dazu.
Wenn sich Lebensumstände ändern, jemand umzieht oder einen neuen Weg einschlägt, kann das völlig nachvollziehbar sein. Aber Loyalität zeigt sich gerade dann, wie man mit dieser Situation umgeht. Wer seine Verpflichtungen ordentlich erfüllt, Verträge regulär beendet und respektvoll kommuniziert, zeigt Charakter. Nicht, weil er dazu gezwungen wird, sondern weil er versteht, dass auf der anderen Seite ebenfalls Menschen stehen.
Das Gegenteil erleben wir leider auch immer wieder: Es wird nach Ausreden gesucht, nach angeblichen Sonderrechten oder nach Gründen, warum gerade für einen selbst andere Regeln gelten sollen. Man prangert andere an aber ist dabei selbst der größte Egoist. Man hält sich für den ausnahmebedürftigen wichtigen Einzelfall. Dabei geht es oft gar nicht um das eigentliche Problem, sondern darum, Verantwortung auf andere abzuwälzen.
Für uns ist das kein Ausdruck von Stärke.
Stärke zeigt sich darin, zu seinem Wort zu stehen. Sich an Vereinbarungen zu halten. Nicht jede persönliche Entscheidung auf Kosten anderer auszutragen.
Diese Haltung prägt auch unser Training. Wer seinen Trainingspartnern vertrauen möchte, muss selbst vertrauenswürdig sein. Wer Respekt vom Trainer erwartet, sollte dessen Zeit, Engagement und Erfahrung ebenfalls respektieren. Wer Teil einer starken Gemeinschaft sein möchte, muss auch bereit sein, selbst etwas für diese Gemeinschaft zu tun.
Loyalität schafft Vertrauen.
Vertrauen schafft Sicherheit.
Sicherheit schafft ein Umfeld, in dem Menschen wachsen können – sportlich und persönlich.
Deshalb geht es bei uns um weit mehr als Schläge, Tritte oder Würfe. Wir möchten Menschen ausbilden, auf die man sich verlassen kann. Menschen, die Verantwortung übernehmen. Menschen, die verstehen, dass Charakter nicht dann sichtbar wird, wenn alles gut läuft, sondern genau in den Momenten, in denen man selbst einen Nachteil in Kauf nimmt, um fair und respektvoll mit anderen umzugehen.
Denn wahre Gemeinschaft entsteht nicht dadurch, dass jeder zuerst an sich denkt.
Sie entsteht dadurch, dass jeder auch den anderen im Blick behält.
Dies ist übrigens auch die ursprüngliche Bedeutung von Respekt. Der Begriff kommt ursprünglich aus dem Lateinischen vom Wort re-spicere re=zurück spicere=schauen sprich Rücksicht nehmen und sich umsehen wie es anderen mit der eigenen Entscheidung geht und dies „berücksichtigen“.